Der Gold-Kurs steigt und steigt, denn Gold gilt als Rettungsanker in der Krise. Gold war in der Geschichte der Menschheit immer etwas wert. Deswegen umgibt Gold der Mythos der Stabilität. Dabei kann der Goldpreis stark schwanken. Außerdem ist die Geldanlage in Gold mit hohen Kosten verbunden.
Wertpapiere, die auf Gold basieren, sind teilweise billiger zu haben als Barren oder Münzen, sie bieten aber nicht die unmittelbare Verfügbarkeit des physischen Goldes.
Anfang September 2010 steht der Goldkurs bei mehr als 1.245 US-Dollar die Feinunze (31,1 Gramm). Das ist nicht weit entfernt von den Höchstständen, die das Gold Ende Juni 2010 erreicht hatte, als die Feinunze rund 1.260 US-Dollar gekostet hat. Es ist vor allem die Angst ums Geld, die den Goldpreis treibt. Es reicht eine kleine Meldung über Finanzierungsprobleme eines Staates und schon zieht der Goldpreis an. Insgesamt hat sich der Goldpreis in den vergangenen zehn Jahren, in US-Dollar gemessen, vervierfacht. In Euro gemessen hat sich der Goldkurs in dieser Zeit verdreifacht.
Für den Anleger stellt sich angesichts solcher Rekordhöhen natürlich die Frage, ob die Entwicklung so weiter geht, so dass es sich lohnt, jetzt noch auf Gold zu setzen. Die Fachleute sind zurückhaltend. Die meisten gehen davon aus, dass der Goldpreis für geraume Zeit auf seinem jetzigen Niveau bleibt oder nur noch leicht steigt.
Die Einschätzung über die weitere Kursentwicklung ist für Sie als Anleger sehr wichtig. Denn allein der Kurs bestimmt darüber, ob Sie mit Gold Geld verdienen oder verlieren. Legen Sie Geld in Gold an, bekommen Sie keinerlei Zinsen oder Dividenden. Wenn Sie Erträge erwirtschaften wollen, sind Sie darauf angewiesen, dass der Goldpreis steigt. Deswegen ist Gold eine spekulative Geldanlage.
Mit einer Geldanlage in Gold gehen Sie erhebliche Risiken ein. Der Goldpreis schwankt. Wenn Sie heute teuer kaufen, kann es Ihnen passieren, dass Sie Geld verlieren, wenn Sie später zu einem niedrigeren Kurs verkaufen.
Gold wird weltweit in US-Dollar gehandelt. Deswegen sind Sie mit jedem Investment in Gold auch vom Dollar abhängig. Sie können Gold natürlich auch in Euro bezahlen, aber die Preisbildung findet in US-Dollar statt. Das heißt, dass Sie mit jedem Stück Gold, das Sie kaufen, ein Währungsrisiko eingehen. Das kann Ihnen zusätzliche Erträge bringen, das kann Sie aber auch Geld kosten.
WISO-Tipp: Bei einer Geldanlage in Gold sollten Sie auch immer den US-Dollar im Blick haben.
Die Börsencrashs, Banken-Pleiten und die Gefahr, dass ganze Staaten wie Griechenland finanziell kollabieren, haben das Vertrauen in die Finanzsysteme und in die Währung schwer erschüttert. Ein Reflex auf diesen Vertrauensverlust ist die Geldanlage in Gold. Schließlich sind die Staaten enorm verschuldet. Die Zentralbanken fluten die Märkte regelrecht mit Geld. Da fürchten viele, dass das Papiergeld rasant an Wert verlieren könnte. Schließlich gibt es immer mehr davon. In einer solchen Situation kann Gold seine Rolle als Anti-Geld voll ausspielen.
In der Finanzkrise stieg vor allem die Nachfrage nach physischem Gold. Die verschiedenen Papiere, wie Gold-Fonds, Gold-ETF oder Gold-Zertifikate, die mehr oder weniger sicher mit Gold hinterlegt sind, wurden skeptischer betrachtet. Schließlich braucht man eine funktionierende Bank, um diese Papiere wieder einlösen zu können.
Im Vergleich zu dem von Krisen geplagten Papiergeld wirkt Gold wie ein Fels in der Brandung. Das liegt daran, dass Gold in der gesamten Geschichte immer etwas wert war. Es war nie wertlos. Diese Stabilität macht den Mythos des Goldes aus. Denn Gold lässt sich, anders als Geld, nicht so einfach vermehren. Pro Jahr werden nur rund 2500 Tonnen neu aus der Erde geholt, zu hohen Kosten. Alles Gold, was bisher gefördert wurde, passt in einen Würfel mit einer Kantenlänge von 21 Metern. Das sind rund 165.000 Tonnen. Der Gesamtwert dieses Goldes beträgt ungefähr fünf Billionen Euro.
Gold kann man in der Hand halten. Man ist nicht darauf angewiesen, dass eine Bank ein Wertpapier gegen Geld eintauscht. Der Wert des Goldes steht für sich allein, weil er von allen anerkannt ist. Deswegen sagt man, dass Gold nicht Pleite gehen kann. Es besteht nicht die Gefahr, dass der Herausgeber eines Wertpapiers Pleite geht, bevor er seinen Anlegern ihr Geld zurückgezahlt hat, weil man für den Besitz von Gold keinen Emittenten braucht. Wegen dieser Wertstabilität ist Gold die internationale Flucht-Währung.
Doch auch wenn Gold in der Geschichte der Menschheit nie wertlos war, so muss sich jeder Anleger im Klaren darüber sein, dass sein Wert trotzdem sehr stark schwanken kann. Das zeigt sich schon, wenn man sich den Goldkurs der vergangenen vierzig Jahre anschaut. Wegen der Kursschwankungen eignet sich Gold, egal in welcher Form, nur als Beimischung eines Anlage-Portfolios. Die meisten Anlageberater halten es für sinnvoll, fünf bis zehn Prozent des Vermögens in Gold anzulegen.
Wegen seiner Wertstabilität sehen Anleger im Gold den sicheren Hafen für den Fall, dass die wirtschaftlichen und staatlichen Strukturen zusammenbrechen. Schließlich steht der Wert des Goldes für sich. Ob das aber wirklich praktikabel ist, bezweifeln viele. Im Alltag wäre Gold, wenn überhaupt nur in sehr kleinen Mengen zu gebrauchen. Man wird kaum mit einem Krügerrand Brötchen kaufen gehen. Man müsste Gold schon sehr oft hin und her tauschen, um seinen Alltag damit bestreiten zu können. Und es bliebe immer noch das Problem, dass die Echtheit des Goldes jeweils belegt werden müsste.
Die Geldanlage in Gold ist ziemlich teuer. Wenn Sie physisches Gold kaufen, müssen Sie nicht nur den Wert des Goldes begleichen. Es werden verschiedene Kostenpositionen fällig. Die Bank oder der Goldhändler verlangt für seine Dienste einen Aufschlag auf den aktuellen Goldpreis. Der Preis, den Sie zahlen müssen, liegt also über dem eigentlichen Goldkurs.
Die Aufschläge sind alles andere als einheitlich. Sie unterscheiden sich je nach Anbieter, aber auch je nach Produkt. Kaufen Sie eine Feinunze (31,1 Gramm), müssen Sie bei den meisten Banken und Goldhändlern mit einem Aufschlag von rund fünf Prozent rechnen. Es kann etwas weniger sein, aber auch viel mehr. Die klassischen Anlagemünzen wiegen genau eine Feinunze.
Wenn Sie in kleineren Einheiten Gold kaufen, müssen Sie höhere Aufschläge zahlen. Für ein Zehn-Gramm-Plättchen werden leicht zehn Prozent Aufschlag genommen, bei einem Fünf-Gramm-Plättchen 20 Prozent und mehr. Und wenn Sie zum Spaß ein Ein-Gramm-Plättchen verschenken, freut sich der Goldhändler besonders, dann geht nämlich rund die Hälfte des Kaufpreises für seinen Aufschlag drauf. Vergleichen Sie die verschiedenen Kosten.
Neben dem Aufschlag beim Kauf von physischem Gold müssen Sie noch mit weiteren Kosten rechnen. Manche Goldhändler und Banken verlangen beispielsweise ein Bearbeitungsentgelt, regelmäßige Verwaltungskosten oder Prägegebühren. Wenn Sie Ihrerseits Gold verkaufen, müssen Sie mit einem Abschlag rechnen. Das heißt, die meisten Goldhändler und Banken zahlen Ihnen nicht den vollen Goldkurs, sondern bleiben etwas darunter.
Goldmünzen in größerer Zahl und erst recht größere Goldbarren sollte man sich nicht zu Hause ins Regal legen. Gold gehört in einen Tresor oder in ein Schließfach bei der Bank. Beides aber kostet zusätzlich Geld. Für ein Schließfach zahlen Sie je nach Größe und Anbieter einige Hundert Euro im Jahr. Außerdem sollte das Gold versichert sein. Auch dafür müssen Sie bezahlen, wenn nicht Ihre Hausratversicherung Ihr Gold absichert.
Wenn Sie trotz der hohen Kosten physisches Gold kaufen wollen, haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen Handelsformen. Die geringsten Aufschläge müssen Sie zahlen, wie oben geschildert, wenn Sie gleich ganze Gold-Barren kaufen. Je größer der Barren, desto niedriger die Kosten. Dann geht es aber um die Anlage größerer Geldbeträge. Für einen Ein-Kilo-Barren zahlen Sie mehr als 30.000 Euro. Die Anlagemünzen, wie der Krügerrand oder das Maple Leaf sind da schon handlicher. Sie wiegen genau eine Feinunze, also 31,1035 Gramm. Dafür sind die Nebenkosten bei den Münzen höher. Andere Anlagemünzen sind beispielsweise der Wiener Philharmoniker, der American Gold Eagle, das Nugget, der Panda oder die Britannia.
Der Preis einer Anlagemünze bestimmt sich nach ihrem Materialwert. Sammlermünzen eignen sich nicht zur Geldanlage. Bei Sammlermünzen geht es nicht nur um das Material, sondern auch um den Seltenheitswert. Der aber kann stark schwanken.
WISO-Tipp: Achten Sie darauf, dass Sie wirklich Anlagemünzen kaufen und keine Sammlermünzen.
Sehr vereinzelt bieten Banken Sparpläne an, bei denen das eingezahlte Geld abzüglich der Kosten in Gold angelegt wird. Die Sparkasse Pforzheim-Calw macht in Sachen Goldsparplänen das bundesweit günstigste Angebot, stellt die Stiftung Warentest in ihrer Zeitschrift Finanztest im Mai 2009 fest. Hier müssen die Anleger nur den Abschlag von einem Prozent zwischen dem An- und Verkaufspreis zahlen. Andere Anbieter, wie die Heinrich-Sutor-Bank in Hamburg oder Bullion Value, sind teurer.
Es ist naheliegend, Einkaufsgemeinschaften zu gründen, wenn es solchen Mengenrabatt wie beim Gold gibt. Allzu viele solcher Einkaufsgemeinschaften für Gold gibt es aber nicht. Das liegt vielleicht auch daran, dass der Umgang mit Gold einfach aufwändig ist. Außerdem muss man sich in einer Einkaufsgemeinschaft den kollektiven Regeln anpassen. Bei der Einkaufsgemeinschaft für Gold und Silber GbR in Gerstetten beispielsweise müssen Sie Gesellschafter werden, um mitzumachen. Ihr angespartes Gold erhalten Sie bei Kündigung oder Teilkündigung. In Nienburg betreibt die Popp AG die L'or Capital Fine Art AG über ein ähnliches Beteiligungsmodell.
Wer sein Geld in Gold anlegen möchte, kann nicht nur Münzen und Barren kaufen. Es gibt auch eine ganze Reihe von Finanzprodukten, die ein Investment in Gold anbieten. Welche Möglichkeiten es gibt und worauf Sie achten sollten, lesen Sie im zweiten Teil des Tipps: Investment in Goldpapiere