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11. Februar 2012
 

WISO

 
montags, 19.25 Uhr
Fernseher. Quelle: imago
HD-Fernseher

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Hochauflösender Fernsehgenuss

Beim HD-TV-Kauf auf den Empfangsweg achten

von Georg Döller

Schick, flach und groß: So sehen die die Fernseher von heute aus. Und sie liefern gestochen scharfe Bilder. HD heißt das Kürzel für die cineastische Glückseligkeit, Fernsehen in "high definition". Doch welche Technik benötigt man für HD-TV? Was muss man für einen neuen Fernseher bezahlen? Die Experten der Computerzeitschrift PC-Welt haben zehn aktuelle Modelle getestet, die an Weihnachten auf dem Gabentisch liegen könnten.

 
 
 
 

Das hochauflösende Fernsehen will auch Lars Kohlrautz am liebsten zum Weihnachtsfest genießen. Angelockt von den "Preishämmern" aus der Werbung will er sich in einem großen Elektromarkt informieren. "Der neue Fernseher muss gute Bilder liefern. Egal, wo ich im Wohnzimmer sitze, soll die Bildqualität gut sein. Und auch der Sound ist wichtig. Ich möchte eigentlich nicht noch eine zusätzliche Soundanlage kaufen müssen", erklärt Kohlrautz. Die Glotze von heute ist nicht nur groß - im Schnitt haben die verkauften Fernseher eine Bilddiagonale von 80 bis 107 cm -, sondern vollgestopft mit technischen Raffinessen und unendlich vielen Menüs. Da wird mancher Käufer erst einmal überfordert sein. Was muss der moderne Fernseher wirklich können?

HD-TV

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Die Experten der Computerzeitschrift PC-Welt in München haben zehn aktuelle LCD-Geräte getestet. Thomas Rau und seine Kollegen haben die flachen Riesen auf Herz und Nieren untersucht. Die Meinung, welche Technik sich durchgesetzt hat, ist eindeutig: "Die Röhre ist tot. Hier gibt es die Zollgrößen gar nicht mehr, die heute gefragt sind. Das Angebot bei LCD ist derzeit größer als bei Plasma und damit die Technik, auf die man als Normalzuschauer setzen sollte. Wichtig ist, dass das Gerät Full-HD-fähig ist", sagt Thomas Rau, Ressortleiter Hardware bei der PC-Welt.

Hunderte LED für bessere Qualität

Full-HD verspricht scharfe Bilder und brillante Farben. Hunderte kleiner Lämpchen ermöglichen den hochauflösenden Fernsehgenuss. Diese LEDs sorgen für mehr Kontrast und eine bessere Ausleuchtung. Im Fokus der Hersteller derzeit: die Backlight-Technologie. Hier muss man zwei Techniken unterscheiden. Zum einen gibt es Edge-LED, bei der die Lämpchen im Rahmen sitzen und dadurch eine flache Bauweise möglich ist. Nachteil: Das Licht muss via Lichtleiterfolie von außen nach innen transportiert werden, so dass zur Mitte hin die Ausleuchtung meist schlechter wird.

Zum anderen gibt es das Full-LED-Backlight. Hier liegt eine ganze Schicht LED hinter dem gesamten Display. Dadurch ist eine optimale Ausleuchtung gewährleistet, jedoch können diese Geräte nicht ganz so dünn gebaut werden. "Die Backlight-Technologie ist zwar derzeit noch teurer, bietet aber mehr Qualität und die Geräte sind Strom sparender als 'normale' LCD-TVs", sagt Thomas Rau.

 
 

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HD+ und Privatsender

Die Privatsender wollen ihr Programm in höchster HD-Auflösung vertreiben und dabei die Kontrolle über die Inhalte behalten. Das heißt, RTL & Co. verschlüsseln ihr HD-Programm. Wer den HD-Genuss haben will, muss zahlen: 50 Euro im Jahr werden nach einer 12-monatigen, kostenlosen Testphase derzeit genannt. Dafür bekommt man eine "Smart-Card", die die Signale entschlüsselt. Die Karte muss in eine entsprechende Schnittstelle am Fernsehgerät oder am Receiver geschoben werden. Diese Schnittstelle muss jedoch über die Technik CI+ (Common Interface plus) verfügen. Diese Technik ist derzeit (Stand November 2009) jedoch nur in wenigen Geräten verfügbar. Video: Das Geschäft mit HDTV Dieser Link ist nicht mehr verfügbar

 
 

Sender gesucht

Für die gestochen scharfen Bilder des HD-Fernsehens ist ein digitaler Übertragungsweg notwendig. Zwar gibt es schon länger das digitale Antennenfernsehen DVB-T in Deutschland, jedoch gibt es hier (noch) nicht die geeignete Bandbreite, die das HD-Signal zur Übertragung benötigt. In Frankreich ist das beispielsweise schon möglich. Der primäre Verbreitungsweg für HD-Inhalte ist derzeit über Satellit, nur in geringem Umfang gibt es HD-Programme via Kabelnetz und über das Internet-Fernsehen (IPTV). "Der Empfang von DVB-T ist somit auch nur eine Notlösung, wenn der HD-Empfang gestört sein sollte", sagt Rau.

Viele Fernsehmodelle bieten nur einen integrierten HD-Tuner für den Kabelanschluss. Wer via Satellit schaut, muss einen externen Empfänger zusätzlich kaufen. "Wer auf einen externen Receiver setzt, hat zwar ein Gerät mehr stehen, kann aber hier auf Extrafunktionen zurückgreifen, beispielsweise eine Festplatte zur Aufnahme von Programmen oder zusätzliche Schnittstellen für Pay-TV. Wer das integriert in seinem Fernseher will, muss derzeit noch tief in die Tasche greifen", so Experte Rau.

 
 

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So kommt HD-Fernsehen ins Haus

HD-TV kann derzeit nur auf diesen drei Wegen ins Wohnzimmer kommen:

  • Via Satellit (DVB-S): Ihr Fernseher oder ein externer Receiver muss das HD-Signal entschlüsseln. Nur wenige Fernseher haben derzeit einen DVB-S-Receiver eingebaut.
  • Via Kabelanschluss (DVB-C): Viele neue Modelle haben bereits einen DVB-C-Receiver für HD-TV integriert. Ältere Modelle, die HD ready sind, benötigen in der Regel einen zusätzlichen Empfänger.
  • Via Internetanschluss: Einige Internetanbieter schicken bereits digitales Fernsehen durch die DSL-Leitung. Hier sind aber mindestens 16 Mbit nötig (DSL 16000). Wer beispielsweise bei der Telekom ein Entertain-Paket gebucht hat, kann auch HD-TV empfangen. Ein extra Receiver ist hier nicht nötig, da man für IPTV bereits einen HD-fähigen Empfänger (inklusive Festplatte) von der Telefonfirma gestellt bekommt oder erwerben bzw. mieten muss.
 
 

Preis-Leistung muss stimmen

Wer derzeit die Werbeprospekte der großen Elektronikmärkte durchstöbert, findet schon ab ca. 599 Euro den Einstieg ins HD-TV-Zeitalter. Die Skala nach oben hin ist offen - je nach Größe, Technik und Ausstattung können mehrere tausend Euro investiert werden. "So zwischen 1000 und 1200 Euro würde ich ausgeben, wenn ich nicht noch ein großes Weihnachtsgeschenk bekommen sollte", sagt Lars Kohlrautz über sein Preislimit.

Hoffen auf das große Weihnachtsgeschenk: Sicherlich ist das der bequemste Weg zu einem neuen Fernseher. Doch bezahlt werden muss er von jemanden. Welche Qualität bekommt man für sein Geld? "In unserem Test haben wir einen guten Fernseher als Preistipp ausgezeichnet. Für 800 Euro kann der normale TV-Zuschauer hier zugreifen und erhält eine überzeugende Bildqualität", sagt Hardware-Experte Thomas Rau.

 
 

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Die Top-Geräte im PC-Welt-Test

Testsieger: LG 42LH9000 für 1350 Euro: Top Bildqualität und eine sehr gute Ausstattung.

Preistipp: LG 42LH5000 für 800 Euro: Gute Bildqualität für einen niedrigen Preis.

Stromsparer: Samsung UE40B8090 für 1700 Euro: verbraucht weniger Strom als die Konkurrenz.

Alle Ergebnisse und den gesamten Testbericht finden Sie hier: PC-Welt: LCD-Fernseher im Test(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster)

 

Tipps für den Kauf

Das Angebot an HD-Programmen im deutschen Fernsehen nimmt stetig zu. Seit November gibt es neben dem Bezahlsender Sky (früher Premiere) und Arte auch schon RTL und VOX, die das hochauflösende Programm senden. Sat.1, Pro 7 und Kabel eins folgen dann im Januar. Mit der Winterolympiade aus dem kanadischen Vancouver beginnt auch bei ARD und ZDF im Frühjahr 2010 der HD-Regelbetrieb.

"Wer sich in den kommenden Wochen und Monaten ein neues TV-Gerät kaufen will, sollte als erstes sein persönliches Sehverhalten analysieren. Was schaue ich im Fernsehen an? Möchte ich Bezahlfernsehen haben? Blue-Rays (HD-fähiger Nachfolger der DVD) oder DVDs ansehen? Danach erst in den Fachhandel und sich beraten lassen", erklärt Thomas Rau. Außerdem wichtig für den Kaufwilligen:

  • Lassen Sie sich im Laden nicht nur die Demonstrationsfilme auf dem Fernseher zeigen, sondern auch analoges bzw. digitales Fernsehen und auch normale DVDs.
  • Anschlussfrage: Das TV-Gerät sollte mindestens je zwei HDMI- und Scart-Anschlüsse haben. Darüber hinaus auch einen Komponentenanschluss. Wichtig dabei: Die Anschlüsse sollten nicht nur an der Rückseite des Gerätes angebracht sein, sondern auch an der Seite.
  • Die Klangqualität der Gerätelautsprecher ist für den perfekten Kinofilmgenuss in der Regel nicht ausreichend. Für das Alltagsfernsehen sind die Boxen aber gut. Wenn Sie auf tollen Klang bestehen, müssen Sie wahrscheinlich in ein zusätzliches Soundsystem investieren.
  • Fragen Sie nach, durch wen ein mögliches Software-Update des Fernsehers gemacht wird und was das kostet. Bei manchen Herstellern muss ein Techniker kommen, andere Geräte benötigen nur ein Update via USB-Stick oder Internetverbindung.
  • Wenn Sie noch ein TV-Gerät mit "HD ready" angeboten bekommen sollten, dann muss das wirklich ein Preisschnäppchen sein, da das Ware aus der zweiten und dritten Reihe ist. Setzen Sie lieber auf "Full HD"-Geräte.
  • Wer mit "LED-TV" wirbt, meint die LED-Backlight-Technologie.
  • Wenn Sie auch mit dem Fernseher ins Internet gehen wollen, sollte dies per WLAN und LAN möglich sein. Achten Sie beim WLAN-Anschluss, dass die Verschlüsselungstechnik WPA2 unterstützt wird.
 
 
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