Ein Mobiltelefon lässt sich schnell zur eigenen Bank-Filiale machen. Eigentlich benötigt man nur ein Handy mit Internetzugang. Diesen haben die meisten Modelle bereits an Bord. Doch wie sicher ist das mobile Banking wirklich? Was ist damit möglich? Was kostet es?
Im Handyformat passt die kleinste Bankfiliale der Welt in jede Hosetasche. Überall dabei und überall verfügbar. Wer bereits seine Bankgeschäfte zuhause am Computer erledigt, weiß, wie praktisch Onlinebanking sein kann: Kein Schlangestehen am Schalter und unabhängig von Öffnungszeiten - also Bankgeschäfte rund um die Uhr.
Viele Banken bieten mitterweile auch mobiles Banking an. Allen voran die Sparkassen, die ab November 2009 bundesweit ihren Kunden, die bereits Online-Banking betreiben, einen einheitlichen mobilen Zugang anbieten werden. Aber auch die großen Privatbanken lassen ihre Kunden mobil die Bankgeschäfte erledigen. Beispielsweise die Postbank, die Commerzbank oder Direktbanken wie die ING Diba.
Für das mobile Banking brauchen Sie ein Girokonto, das Sie online führen. Die Zugangsdaten, also Anmeldename und PIN, können Sie für die mobilen Bankgeschäfte übernehmen. Zusätzliche Zugangsdaten sind nicht nötig. Als Technik reicht meist ein internetfähiges Handy aus. Welches Telefon die Kunden für das mobile Banking benötigen, hängt jedoch von der Bank ab. Denn manche Kreditinstitute verlangen eine spezielle Softwareunterstützung, beispielsweise die Programmiersprache Java.
Die Einwahl in das Bankkonto funktioniert entweder direkt über den Internetbrowser oder über eine kleine Banksoftware, die Sie auf dem Handy installieren. Vorteil der Software: Sie können zunächst offline arbeiten und Kosten für die Datenübertragung sparen. Teilweise sind diese Programme kostenlos. Professionelle Software von Drittanbietern, die auch vor kriminellen Attacken schützen sollen, kosten rund zehn Euro pro Jahr - Updates inklusive.
Unterstützt werden in der Regel die Kontoarten Giro-, Festgeld-, Spar- und Kreditkartenkonto. Dabei lassen sich Einzelüberweisungen innerhalb Deutschlands vornehmen sowie Kontostand und Umsätze abfragen. Der Nutzer kann Konten einrichten und Empfänger von Überweisungen in einer Datenbank abspeichern. Zudem unterstützen die Programme die Speicherung und Verwaltung der PIN (persönliche Identifikationsnummer). Das Speichern von TAN (Transaktionsnummer) und PIN auf dem Mobiltelefon sollten Sie aus Sicherheitsgründen jedoch lassen.
Nach der Einwahl auf die geschützten Seiten der Bank, erkennbar an dem Kürzel https://, erscheint auf dem Display die Funktionsauswahl. Sie können entweder den Kontostand abfragen, Umsätze prüfen, alle Konten über die Funktion Finanzstatus auflisten oder eine Überweisung tätigen. Wenn Sie vom Handy überweisen wollen, benötigen Sie immer auch eine Transaktionsnummer (TAN).
Die Sicherheit ist ein wichtiges Thema, wenn man auf elektronischem Wege Kontodaten durchs Netz verschickt. Die Daten werden beim mobilen Banking genauso verschlüsselt, wie beim Onlinebanking auch: mit 128 Bit. Zum Angriffspunkt von Hackern könnten allerdings die Transaktionsnummern (TAN) auf Listen werden, die man für den Geldtransfer mit sich herumtragen muss. Immer noch bieten einige Banken das alte (lose) TAN-Verfahren an. Dieses ist aber unsicher und sollte heutzutage weder beim Onlinebanking noch bei den mobilen Bankgeschäften eingesetzt werden.
In den meisten Fällen entnehmen Sie die TAN einer durchnummerierten Liste (iTAN), die Ihnen Ihre Bank zuvor postalisch zugeschickt hat. Es gibt aber auch die Möglichkeit, elektronisch ermittelte Transaktionsnummern zu nutzen. Dafür benötigen Sie ein kleines Gerät, den TAN-Generator, den es bei immer mehr Banken gibt. Jede Minute erscheint eine neue TAN auf dem Gerät. Wird sie nicht verbraucht, erscheint immer wieder eine neue. Noch sicherer ist es, wenn Sie zuvor ein Passwort eingeben müssen, bevor eine TAN erzeugt wird. Beim so genannten Chip-TAN-Generator wird zusätzlich das Einstecken der EC-Maestro-Karte verlangt. Auch hier ist eine TAN-Liste nicht mehr nötig.
Von der mTAN, der mobilien Transaktionsnummer, die Ihnen per SMS auf das Mobiltelefon geschickt wird, ist beim mobilen Banking abzuraten. Die Gefahr dabei: Durch "Man-in-the-middle"-Attacken (Echtzeitangriffe während des Bankgeschäfts) können Daten abgefischt und missbräuchlich verwendet werden.
Die Anschaffung für das Handy und auch die Telefoneinheiten bleiben an Ihnen hängen. Vergleichen lohnt, denn die Tarife zur Datenübermittlung unterscheiden sich stark. Es gibt Angebote pro Minute, pro Tag, als Volumen-Paket oder als Flatrate.
Vielnutzer sollten eine Daten-Flatrate wählen. Sie gibt es schon ab zehn Euro pro Monat. Alternativ sind auch Volumenpakete geeignet. Für 50 Megabyte zahlen Sie ca. fünf Euro monatlich. Wer sonst nicht mit dem Handy im Netz surfen und nur Handybanking betreiben will, kommt mit weniger aus. Darauf sollten Sie noch achten:
Mobiles Banking ist ein zusätzlicher Service von Banken und Sparkassen, damit die Kunden noch mehr Bankgeschäfte selbst erledigen können. Das spart Personal. Da das Angebot den Online-Kunden meist kostenlos zur Verfügung gestellt wird, ist es ein Zusatznutzen, da keine Freischaltung oder neue Zugangsdaten benötigt werden. Wer bei der Tarifwahl aufpasst, zahlt für das Mehr an Mobilität einen angemessenen Preis.
Mit dem Handy kommen Sie überall an Ihre Konten heran. Sinnvoll zum Beispiel im Urlaub nach dem Einkaufsbummel, um zu prüfen ob die Lastschrift schon eingelöst wurde oder ob der Gehaltseingang noch auf sich warten lässt. So wissen Sie immer, ab wann Sie in den roten Zahlen landen und wo Sie beim Shopping die Reißleine ziehen sollten.
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